Gemäß Kohelet, dem alttestamentlichen Prediger, gibt es für alles eine bestimmte Zeit: eine Zeit zu gebären und eine Zeit zu sterben, eine Zeit für die Umarmung und eine Zeit für den Streit. Und auch eine Zeit, einmal darüber nachzudenken, was Zeit eigentlich ist. Je länger wir das tun, desto unbegreiflicher und geheimnisvoller wird die Zeit. Wir können versuchen, sie zu halten, und schon ist sie entwischt. AstrophysikerInnen belehren uns über die Relativität der Zeit: Wer in einem Raumschiff mit Lichtgeschwindigkeit fünf Jahre von der Erde wegflöge und zurückkehrte – nicht einmal ihre oder seine EnkelInnen könnte sie oder er treffen, weil auf unserem Planeten Jahrhunderte vergangen wären.

Aber eins ist sicher: Die Zeit ist unser höchstes Gut und unser größtes Geschenk. Niemand von uns hat sich die Zeit selber gegeben. Und das, was wir sind und haben, ist die uns zugeteilte Zeit, die wir so unterschiedlich erleben, schleppend lang im Wartezimmer des Zahnarztes, und so fließend, als wäre sie nicht, in liebender Umarmung. Alles, was geschieht, geschieht in der Zeit, insbesondere auch die Erziehung.

Die diesjährige Internationale Pädagogische Werktagung Salzburg bemüht sich, tiefer in das Geheimnis der Zeit einzudringen. Und sie wird viele Fragen beantworten, die sich zurzeit ergeben. Wie viel Zeit brauchen die uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen? Wie viel freie Zeit steht uns Erziehenden zu? Ist es in der Tat der Fall, dass heutige Kinder kaum mehr Zeit haben und gestresst sind? Wie gliedern wir die Zeit mit Kindern und Jugendlichen am besten? Wie schon vor Generationen vollzogen mit Ritualen, die Zeit gliedern und Sicherheit geben? Und: Wann ist die richtige Zeit, etwa dafür, heranwachsende Kinder auswärts übernachten zu lassen? Wie können wir im pädagogischen Alltag mit unserer Zeit besser umgehen, zumal wenn wir von vielen Seiten bedrängt werden und von einem Termin zum anderen hecheln? Wie können wir Zeit vertiefen, wie sie vielleicht sogar vergessen und überwinden, was den MystikerInnen gelang, die sich nicht mehr in der Zeit erlebten, sondern in der Ewigkeit?

Fragen über Fragen! In bewährter Weise wird die Thematik in den Vorträgen umkreist und vertieft, philosophisch, auch quantenphysikalisch, psychologisch, pädagogisch und abschließend spirituell. Breit gefächerte Arbeitskreise vertiefen das Thema. Besonders viel Zeit nehmen wir uns für das Rahmenprogramm, für die Augen, die Ohren beim Konzert. Und besonders wichtig wird die Zeit sein, die Sie, in vielfältig reichen Begegnungen, miteinander teilen werden.

Wir vom wissenschaftlichen Beirat freuen uns sehr auf die Zeit mit Ihnen.

Univ.-Prof. Dr. Anton A. Bucher
Präsident der Internationalen Pädagogischen Werktagung Salzburg

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