75 Jahre gelebte Bildungsnähe - Kitzbühel feiert ein starkes Stück regionaler Bildungsarbeit

Seit 75 Jahren prägt die örtliche Erwachsenenbildung das kulturelle und gesellschaftliche Leben Kitzbühels – ein verlässlicher Ort des Austauschs, der Begegnung und des Lernens. Das Jubiläum im Kolpinghaus machte eindrucksvoll sichtbar, wie tief diese Bildungsarbeit in der Region verwurzelt ist und wie wichtig sie für Menschen aller Generationen geblieben ist.

Bildung ganz nah an den Menschen
Das Team rund um Eva Oberhauser, Burgi Hauser und Harald Rupert unter der Leitung von Karl Hauser führt fort, was engagierte Persönlichkeiten über Jahrzehnte aufgebaut haben: einen offenen, barrierefreien Zugang zu Bildung für Menschen in jeder Lebenslage. Das Mesnerhaus wurde dabei zu einem lebendigen Ort, an dem Fragen gestellt, Horizonte erweitert und Gemeinschaft erfahrbar werden – ein Identifikationsort, an dem Kirche, Gesellschaft und Alltagsleben auf unmittelbare Weise zusammenfinden.

Worte der Wertschätzung und ein weiter Blick nach vorne
Direktor Andreas G. Weiß betonte in seinem Grußwort nicht nur die Bedeutung der lokalen Bildungsarbeit, sondern auch die grundlegende Rolle von Bildung für Menschen jeden Alters:
„Bildung verbindet – Menschen, Generationen, Kulturen. Sie stärkt das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und öffnet den Blick für andere Lebenswirklichkeiten. Wer lernt, bleibt hoffnungsvoll, wird gestaltungsfreudig und bleibt an Lösungen interessiert. Bildung im christlichen Sinn meint immer ein ‘Leben in Fülle’: für den einzelnen Menschen, für das Zusammenleben in der Gesellschaft und für eine Religion, die Frieden, Respekt und gegenseitige Verantwortung stärkt. Die Arbeit hier in Kitzbühel zeigt seit 75 Jahren, wie kraftvoll diese Haltung wirken kann, wenn viele zusammenhelfen.“

Weiß dankte den Ehrenamtlichen, die über Generationen hinweg eine kontinuierliche und lebendige „Bildungskette“ geprägt haben – getragen von Offenheit, Verlässlichkeit und einem feinen Gespür für die Bedürfnisse der Menschen vor Ort.

Auch Stadtpfarrer Michael Struzynski und Bürgermeister Klaus Winkler würdigten die regionale Bildungsarbeit als unverzichtbaren Beitrag für ein gelingendes Miteinander. Besonders hervorgehoben wurde die Haltung von Leiter Karl Hauser – „ein Mann, dem es immer um die Sache und nie um die eigene Person geht“ –, der mit seinem Team Brücken baut und das lokale Bildungsnetzwerk konstant weiterentwickelt.

Blick zurück, der Mut für die Zukunft macht
Wie vielfältig, wandelbar und bis heute relevant diese Arbeit ist, zeigte Historiker Harald Rupert in seinem Impulsvortrag. Mit historischen Schlaglichtern, persönlichen Anekdoten und klugen Beobachtungen führte er durch 75 Jahre Bildungs- und Zeitgeschichte – vom Neubeginn der Nachkriegszeit über gesellschaftliche Umbrüche bis zu den Herausforderungen der Gegenwart.

Damit wurde deutlich: Was vor 75 Jahren begann, bleibt eine Aufgabe von morgen. Gemeinsam weiterzugehen – in Kooperation, im Respekt und mit dem Blick auf das gute Leben aller Menschen – ist das eigentliche Jubiläumsgeschenk und ein Auftrag für die Zukunft.


A. W., November 2025

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Im Bild v.l.: Burgi Hauser, Direktor MMag. Dr. Andreas G Weiß, Dr. Eva Oberhauser, Mag. Harald Rupert, Karl Hauser, Bgm. Dr. Klaus Winkler, Stadtpfarrer Mag. Michael Struzynski, PGR Obmann Anton Bodner